Kündigungsreport 2026: Jedes vierte Abfindungsangebot wird gleich während der Entlassung unterschrieben
- Aktuelle HR WORKS Studie analysiert, welche Rolle Abfindungen bei Entlassungen in Deutschland spielen.
- Nur etwas mehr als ein Viertel der Entlassenen erhält ein Abfindungsangebot des Arbeitgebers.
- 26 % der Beschäftigten mit Abfindungsangebot unterschreiben die Vereinbarung direkt im Entlassungsgespräch.
Freiburg, 14.07.2026 – Abfindungen durch den Arbeitgeber sind bei Entlassungen in Deutschland keineswegs Standard. Wenn sie angeboten werden, nehmen viele Beschäftigte sie schnell an. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Kündigungsreports 2026 des HR-Software-Unternehmens HR WORKS. Für die Studie wurden 6.093 Beschäftigte in Deutschland befragt, darunter 825 Personen, die in den vergangenen fünf Jahren entlassen wurden. Demnach erhalten viele Beschäftigte im Kündigungsgespräch kein Angebot für einen finanziellen Ausgleich. Das geben 47 % der Entlassenen an. In Kleinbetrieben liegt dieser Anteil gar bei 60 %.
Von denjenigen, die ein Angebot erhalten, nehmen 62 % das Erstangebot an. 26 % unterschreiben die Vereinbarung direkt im Gespräch. Weitere 36 % sagen zunächst mündlich zu und unterschreiben später zu den angebotenen Bedingungen. Nur 16 % lehnen den Vorschlag ab und erzielen im Nachhinein bessere Konditionen.
Gerichtliche Einigungen steigen, wenn das erste Angebot abgelehnt wird
Neben diesen Ergebnissen zeigt die Studie: Abfindungen sind zwar häufig arbeitsrechtlich relevant, werden aber meist nicht vor Gericht verhandelt. Nur 8 % aller Abfindungsfälle enden in einem gerichtlichen Vergleich. Allerdings verändert sich dieses Bild deutlich, wenn Betroffene ein erstes Angebot nicht annehmen und dadurch später bessere Konditionen erzielen. In dieser Gruppe steigt der Anteil gerichtlicher Vergleiche auf 32 %. Das spricht dafür, dass bessere Konditionen häufiger dann erreicht werden, wenn Betroffene den ersten Vorschlag nicht sofort akzeptieren und der Prozess stärker verhandlungs- oder konfliktorientiert verläuft. Auch die anwaltliche Unterstützung spielt daher bei Abfindungen eine wichtige Rolle. 40 % der Betroffenen mit Abfindungsangebot hatten eigenen Angaben zufolge juristische Unterstützung im Entlassungsprozess. Bei denjenigen, die ein erstes Angebot ablehnten und später bessere Konditionen erzielten, steigt der Anteil der anwaltlich Unterstützten auf 54 %.
Trotz vieler akzeptierter Erstangebote: Bewertung im Nachhinein gespalten
Im Rückblick findet gut jeder Vierte, die eigene Abfindung sei zu niedrig ausgefallen. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil viele Angebote bereits früh im Prozess akzeptiert werden. Zugleich bewertet eine Mehrheit der Betroffenen die Konditionen ihrer Abfindung positiv. 58 % gaben im Rahmen der HR WORKS Studie an, ihre Kompensation sei angemessen ausgefallen. Dieser Befund zeigt: Einerseits werden viele Abfindungen im Nachhinein als angemessen eingeschätzt. Andererseits bleibt bei einem relevanten Teil der Abgefundenen immer noch der Eindruck, finanziell nicht ausreichend kompensiert worden zu sein.
Jede dritte Abfindungsverhandlung wird als Konflikt wahrgenommen
Trotz der meist außergerichtlichen Einigungen verlaufen Abfindungsprozesse nicht immer einvernehmlich. 30 % der Betroffenen beschreiben die Klärung der Rahmenbedingungen als konfliktbeladen. 35 % bewerten sie als neutral. Ebenfalls 35 % empfanden die Klärung als einvernehmlich.
„Wer im Entlassungsgespräch sofort unterschreibt, gibt Verhandlungsspielraum auf. Unsere Zahlen zeigen: Zeit und Beratung können den Unterschied machen – für Beschäftigte und für Arbeitgeber, die faire Prozesse als Teil ihrer Unternehmenskultur verstehen”, so Ivana Baumann, Director HR & Recruiting bei HR WORKS.
Über die Studie
Der Kündigungsreport 2026 von HR WORKS untersucht, wie Entlassungen in Deutschland aus Sicht der Beschäftigten ablaufen. Im Fokus der Studie steht, wie Unternehmen im Trennungsprozess kommunizieren und welche Folgen dies für die Betroffenen hat. Im April 2026 wurden 6.093 Beschäftigte mittels einer standardisierten Online-Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Bilendi befragt. 825 dieser Befragten wurden eigenen Angaben zufolge in den vergangenen fünf Jahren entlassen. Befragt wurden Menschen zwischen 18 und 69 Jahren. Das Durchschnittsalter der entlassenen Befragten liegt bei 45 Jahren. Die Studie deckt Unternehmensgrößen von Kleinbetrieben bis Großunternehmen ab.
Über HR WORKS
Mit über 3.000 Kunden zählt HR WORKS zu den erfolgreichsten deutschen Software-Anbietern für Human Resources (HR). Das Unternehmen bietet seit über 25 Jahren eine einfache und rechtssichere HR-Lösung, die auf KMU-Bedürfnisse abgestimmt ist. Zum Funktionsumfang zählen Personalverwaltung, Zeitwirtschaft, Reisekostenmanagement, Payroll und Personalentwicklung. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeitende an den Standorten Freiburg, Frankfurt und Berlin.


